CBD – das wird doch aus Cannabis hergestellt? Und ist Cannabis nicht ein Suchtmittel, das in Deutschland verboten ist? Die Verwirrung rund um den Hanf und seine Inhaltsstoffe ist häufig groß! Dieser Artikel schafft Klarheit: Erfahren Sie die genauen Unterschiede zwischen Cannabis, CBD und THC sowie wichtige Informationen zu medizinischen Eigenschaften und Legalität.

Was ist Cannabis?

Das Wort „Cannabis“ ist nichts anderes als die lateinische Bezeichnung für die Hanfpflanze. In der Cannabis-Pflanze sind verschiedene Wirkstoffe enthalten, unter anderem THC und CBD. Je nach der Sorte der Pflanze kann der Gehalt der verschiedenen Wirkstoffe unterschiedlich hoch sein. Hanf wird seit Jahrtausenden als Nutzpflanze geschätzt – z. B. um Seile oder Stoffe herzustellen. Am bekanntesten ist aber sicherlich die Verwendung von Cannabis als Rauschmittel.

Inhaltsstoffe im Cannabis

In den Cannabis-Blüten sind spezielle Wirkstoffe enthalten, die „Cannabinoide“ genannt werden. Insgesamt gibt es über 100 verschiedene Cannabinoide. Die bekanntesten davon sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Die beiden Stoffe unterscheiden sich aber deutlich: Zum Beispiel löst das THC einen Rauschzustand aus, CBD jedoch nicht. Die Wirkung von CBD ist eher beruhigend. Dazu aber später mehr.

Neben den Cannabinoiden enthält die Cannabis-Pflanze noch andere Inhaltsstoffe, etwa Geschmack- und Geruchsstoffe (sogenannte „Terpene“ und „Flavonoide“).

Kurz und knapp

  • Cannabis ist der Name für die gesamte Pflanze.
  • THC ist ein Wirkstoff, der im Cannabis vorkommt, und berauschend wirkt.
  • CBD ist anderer Wirkstoff aus dem Cannabis, der nicht berauschend wirkt.

Ist Cannabis legal?

Diese Frage lässt sich nicht so pauschal beantworten. Denn es kommt darauf an, welche Stoffe in welcher Konzentration im Cannabis enthalten sind. Prinzipiell ist nämlich nur das THC verboten. Cannabis-Pflanzen, die weniger als 0,2 % THC beinhalten, darf man deshalb legal besitzen, ebenso erlaubt ist reines CBD.

Nutzung von Cannabis

Die Cannabis-Pflanze lässt sich auf vielfältige Art und Weise verwenden. Einige Beispiele:

  • Hanfsamen enthalten gesunde Fette und werden gern als Lebensmittel verzehrt oder zu Speiseöl gepresst.
  • Aus den Stängeln lassen sich Seile, Papier oder Dämmstoffe herstellen.
  • Die getrockneten Hanfblätter kann man zu Tee aufgießen oder in Säfte und Smoothies mixen.
  • Manche Wirkstoffe im Hanf haben therapeutisches Potenzial und werden als Medikamente eingesetzt.

CBD vs. THC: Die Wirkstoffe im Cannabis unter der Lupe

Was sind nun die spezifischen Merkmale von CBD bzw. THC? Und welche anderen Cannabinoide gibt es noch? Im Folgenden lesen Sie Genaueres zu Effekten und Verwendung der verschiedenen Cannabis-Wirkstoffe.

CBD – wirkt beruhigend

Das Cannabidiol (CBD) ist seit einiger Zeit immer mehr im Kommen. In der Infografik sehen Sie eine kurze Erklärung, worum es sich dabei handelt, sowie die wichtigsten Unterschiede zum THC:

cbd thc unterschiede cannabis

Wie man oben sieht, sind sich die chemischen Strukturformeln der beiden Substanzen sehr ähnlich – lediglich an einer Stelle gibt es einen kleinen Unterschied. Dieser hat aber sehr entscheidende Folgen für die jeweilige Wirkung auf den Körper.

Während das THC einen bewusstseinsverändernden, also psychoaktiven Effekt hat, bleibt dieser bei CBD aus. Aus diesem Grund gilt CBD in Deutschland nicht als Betäubungsmittel. Besitz und Konsum von reinem CBD sind damit völlig legal.

NutzerInnen schätzen am CBD seine beruhigende Wirkung, aber es gibt auch weitere medizinische Einsatzgebiete. Beispielsweise soll es folgende Eigenschaften haben:

  • angstlösend
  • krampflösend
  • entzündungshemmend
  • Übelkeit reduzierend
  • schmerzlindernd

Die möglichen Einsatzgebiete sind vielfältig – und reichen von Schlafstörungen, innerlicher Unruhe und Menstruationsschmerzen bis zur Appetitlosigkeit. Nebenwirkungen sind kaum bekannt und man geht davon aus, dass CBD sehr gut verträglich ist. Die medizinische Forschung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und als wissenschaftlich erwiesen gilt eigentlich nur die Wirkung gegen Epilepsie-Krämpfe.

CBD kann man in unterschiedlichen Formen erwerben: Am häufigsten ist sicher die Darreichung als Öl. Aber auch CBD in Reinform (CBD-Kristalle), CBD-Kapseln oder CBD-Hanfblüten sind erhältlich.

THC – wirkt berauschend

THC ist jener Wirkstoff, der für das allseits bekannte „High“ verantwortlich ist. Daneben sind einige unangenehme Nebenwirkungen möglich und auch eine psychische Abhängigkeit kann sich einstellen. Allerdings hat auch THC das Potenzial für medizinischen Nutzen und wird in manchen Fällen als Heilmittel eingesetzt.

Es kann unter anderem bei diesen Beschwerden zum Einsatz kommen:

  • chronische Schmerzen
  • Spastiken bei einer Multiplen Sklerose
  • Appetitlosigkeit in Folge von HIV oder Krebs
  • Tourette-Syndrom

Der berauschende Cannabis-Stoff kann allerdings auch unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen, beispielsweise:

  • Herzklopfen
  • Schwindel
  • undeutliches Sprechen
  • Psychosen
  • Abhängigkeit

Aufgrund seines Suchtpotenzials und der möglichen negativen Wirkungen ist THC in Deutschland als Betäubungsmittel eingestuft. Der Besitz ist damit strafbar – außer bei ärztlicher Verschreibung für therapeutische Zwecke.

Wer THC als Rauschmittel konsumiert, raucht meist die Blüten (also „Marihuana“) oder das Harz (als „Haschisch“ bekannt). Aber auch in Form von Lebensmitteln wie Brownies oder Butter ist es verbreitet. Für medizinische Zwecke greift man meist auf reines THC zurück, etwa die Wirkstoffe Dronabinol oder Nabilon, das als Tropfen, Kapseln oder Spray eingenommen wird.

Sind CBD und THC nun die einzigen Wirkstoffe im Cannabis? Nein! Es gibt noch über 100 weitere sogenannte „Cannabinoide“. Zwar sind diese meistens in einer geringen Menge enthalten, aber man sollte sie dennoch nicht übersehen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Cannabinol (CBN)
  • Cannabichromen (CBC)
  • Cannabigerol (CBG)
  • Cannabicivarin (CBDV)
  • … und viele weitere.

Mehrere verschiedene Faktoren, wie Hanfsorte oder Lagerung, beeinflussen den Gehalt dieser Stoffe in der Cannabis-Pflanze.

Zusammenspiel von CBD und THC

CBD und THC wirken also auf sehr unterschiedliche Weise – und: Sie beeinflussen sich in ihrer Wirkung auch gegenseitig. Im Zusammenspiel von CBD und THC ergibt sich noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Zum Beispiel kann CBD einige negative Nebenwirkungen von THC abmildern, wie etwa Herzklopfen (Tachykardien). Die anti-psychotischen Eigenschaften von CBD können auch das Risiko verringern, bei Konsum von THC-haltigem Cannabis eine Psychose zu erleiden.

Ganz grundsätzlich ist es so, dass CBD auch den berauschenden Effekt von THC reduziert. Wer Marihuana mit hohem Anteil an CBD und THC konsumiert, erfährt also eine geringere Rauschwirkung als bei reinem THC.

Und auch durch das Zusammenwirken mit den anderen Cannabinoiden sowie Geruchs- und Geschmacksstoffen ergibt sich vielleicht ein Zusatzeffekt. Dieses Phänomen ist unter dem Namen „Entourage-Effekt“ bekannt und wird wissenschaftlich kontrovers diskutiert.

Cannabis: eine Pflanze mit vielfältigem Potenzial

Wie man sieht, ist der Hanf also eine sehr spannende Pflanze mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in der Medizin. Dabei sollte man die Cannabis-Pflanze nicht mit ihren Inhaltsstoffen, etwa THC und CBD, über einen Kamm scheren. Denn jeder dieser Stoffe hat andere Wirkungen auf den menschlichen Körper und auch die rechtliche Lage unterscheidet sich. Je nach dem Wirkstoff-Gehalt in der spezifischen Cannabis-Pflanze ergeben sich dann unterschiedliche – positive oder negative – Effekte.

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