Wenn die Nase wie Wasser läuft, die Nasenflügel angeschwollen sind und man deshalb nur noch durch den Mund atmen kann, dann hat man eine äußerst lästige Form des Schnupfens – den Fließschnupfen.

Erfahren Sie in diesem Beitrag alles Wichtige über die vielfältigen Ursachen dieser Schnupfenform, die für mehrere Krankheitsbilder typisch ist. Darüber hinaus lesen Sie hier, welche effektiven Behandlungsmöglichkeiten bestehen und welche Hausmittel Ihnen wirklich helfen können.

Für Mütter kleiner Kinder und Babys geben wir außerdem Tipps, was auch den Kleinsten hilft, wenn sie von Fließschnupfen geplagt werden und deshalb nicht richtig trinken und schlafen können.

Was ist Fließschnupfen?

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Fließschnupfen ist eine Form des Schnupfens, bei der ständig flüssiges oder sogar wässriges Sekret aus der Nase fließt. Dieses Sekret kann klar, durchsichtig und dünnflüssig oder aber auch gelblich und dickflüssig sein.

Begleitet wird der Fließschnupfen häufig von einem starken Niesreiz und Kribbeln in der Nase.

Fachinformationen


Name: Fließschnupfen
Bezeichung: Vasomotorische und allergische Rhinopathie
ICD-Code: J30.-

Mögliche Ursachen

Fließschnupfen kann vielfältige Ursachen haben. Man geht davon aus, dass in den meisten Fällen eine überempfindliche Nasenschleimhaut ursächlich für den Fließschnupfen ist – man spricht deshalb auch von nasaler Hyperaktivität.

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Erkältung

Wenn Bakterien und Viren im Zuge einer Infektion die Nasenschleimhäute besiedeln, versucht der Körper, die Erreger durch vermehrte Nasenschleimsekretion aus dem Körper heraus zu spülen.

  • Lösen Bakterien den Fließschnupfen aus, so wird das zunächst dünnflüssige und klare Sekret im weiteren Verlauf der Erkrankung durch Eiter gelblich und dickflüssig.
  • Sind dagegen Viren ursächlich für den Fließschnupfen, dann bleibt das Nasensekret durchsichtig.

Ein infektiöser Fließschnupfen tritt bevorzugt in der kalten Jahreszeit auf und wird oft von Husten und Halsschmerzen begleitet.

Allergie

Pollen lösen bei Pollenallergikern Heuschnupfen aus. Typische Symptome dieses allergischen Fließschnupfens sind wässriger Ausfluss sowie ein starker Juck- und Niesreiz in der Nase. Die Beschaffenheit des Sekrets bleibt wässrig und klar, ändert sich also im Krankheitsverlauf nicht. Anders als beim infektiösen Fließschnupfen tritt der allergische Fließschnupfen im Frühjahr und Sommer auf – zur Zeit des Pollenfluges.

Auch Hausstaub- und Tierhaarallergien sind von Fließschnupfen begleitet – dieser tritt bei permanentem Einwirken der Allergene ganzjährig auf.

Mischformen beim Fließschnupfen

Ein Tierhaarallergiker kann sich zusätzlich erkälten und dann neben einem Fließschnupfen Symptome sowohl einer Erkältung als auch einer Allergie spüren.

Kaltes Wetter

Wer sich bei kaltem Wetter viel im Freien aufhält, kennt das: Die Nase ist feucht und tropft.

Hier handelt es sich aber nicht um Symptome eines Fließschnupfens. Vielmehr ist es eine gesunde Reaktion des Körpers, um die Nasenschleimhäute feucht und damit abwehrbereit gegen mögliche Krankheitserreger zu machen.

Stress

Stress führt oft zu verringerter Immunabwehr und kann somit ursächlich für Fließschnupfen sein.

Weitere Auslöser für Fließschnupfen sind Alkohol, Staub, Rauch oder Cayennepfeffer sowie bestimmte Medikamente.

Dauer und Verlauf

Hier unterscheidet man wiederum zwischen erkältungsbedingten und alllergischen Fließschnupfen:

  • Erkältungsbedingter Fließschnupfen
    Er dauert je nach Stärke der körpereigenen Immunabwehr zwischen mehreren Tagen und mehreren Wochen. Bei bakteriellen Infektionen ist der Nutzen des Einsatzes von Antibiotika gegen die Risiken einer Antibiotikagabe abzuwägen.
  • Allergischer Fließschnupfen
    Diese Form des Fließschnupfens tritt nur solange auf, wie auch der allergene Auslöser vorhanden ist. Im Falle von Heuschnupfen ist der Fließschnupfen nur saisonal – solange Pollen von bestimmten Pflanzen fliegen. Bei Hausstaub- und Tierhaarallergien dagegen kann das Allergen unter Umständen ganzjährig einwirken, sodass der Fließschnupfen und dessen begleitende Symptome dann auch ganzjährig nicht abklingen. Die Einnahme von Medikamenten (Antiallergika/Antihistaminika) wirkt im Falle eines allergenen Schnupfens niemals heilend, sondern immer nur lindernd.

Fließschnupfen bei Babys und Kindern

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Babys atmen hauptsächlich durch die Nase. Deshalb behandlung leiden Babys besonders unter Schnupfen. Vor allem beim Trinken bekommen Sie so kaum Luft. Um diese Probleme abzumildern, empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Trotz Atembeschwerden die Babys möglichst viel trinken lassen – Muttermilch, Flaschennahrung, Fencheltee und Wasser –, denn auf diese Weise wird das Nasensekret verflüssigt.
  • Nasentropfen aus Kochsalzlösung in die Nasenlöcher träufeln – sie wirken abschwellend und befeuchtend.
  • Muttermilch – 1 bis 2 Tropfen – von einem Löffel in die Nasenlöcher träufeln. Muttermilch enthält – wie die bereits erwähnte Kochsalzlösung – Salze, die abschwellend und befeuchtend wirken.
  • Mit einem speziellen Nasensauger für Säuglinge das Sekret absaugen, da Säuglinge noch nicht schnäuzen können.

Wenn man auf Medikamente – z. B. Nasensprays – verzichten möchte, kann man auch bei Kindern Hausmittel anwenden (s. weiter unten das Kapitel: Hausmittel und Naturheilkunde).

Der Fließ-Schnupfen von Kleinkindern kann sehr gut auch mit der schon oben erwähnten physiologischen Kochsalzlösung behandelt werden. Die Kochsalzlösung löst keinerlei Nebenwirkungen aus. Ferner befreit die Lösung die Nasengänge von Borken und Krusten. Wer den Fließ-Schnupfen seiner Kinder noch etwas perfekter behandeln möchte, verwendet sterilisiertes Meerwasser, das neben dem Meersalz noch diverse Spurenelemente und Mineralien enthält, die die Schleimsekretion sowie die Aktivität der Flimmerhärchen fördern.

Fließschnupfen behandeln

Die Beschwerden eines Fließ-Schnupfens lassen sich auf verschiedene Arten abmildern.

Infrage kommen Medikamente, Nasensprays, die Anwendung von Naturheilkunde und Hausmitteln.

Medikamente, Nasensprays und Co.

Neben Antihistaminika (bei Heuschnupfen, Hausstaub- und Tierhaarallergien) eignen sich auch Nasensprays bei Fließ-Schnupfen.

Abschwellende Nasensprays haben allerdings auch Nachteile: Sie trocken die empfindliche Nasenschleimhaut aus und können sie sogar schädigen – das verstärkt sogar den Fließ-Schnupfen. Die Anwendung von Nasensprays ist deshalb auf den Zeitraum einer Woche beschränkt – auch deshalb, weil sie abhängig machen können. Etwas sanfter wirken Meerwassersprays.

Arzneien mit dem Wirkstoff Pseudoephedrin (Sympathomimetikum) lassen die Nasenschleimhäute durch seine gefäßverengende Wirkung abschwellen und stoppen auf diese Weise eine laufende Nase.

Hausmittel und Naturheilkunde

Seit Jahrhunderten haben sich Hausmittel gegen Fließ-Schnupfen bewährt, dazu zählen:

  • das Inhalieren von heißem Wasserdampf, eventuell mit dem Zusatz von Latschenkieferöl in sehr geringer Dosierung (Zusätze sind nicht für Kinder geeignet!)
  • das Gesichtsdampfbad mit Kamille
  • das Einreiben der Brust (nicht für Säuglinge und Kleinkinder geeignet)
  • das Trinken von heißem Apfel-Johannisbeer-Saft
  • das Löffeln einer heißen Hühnersuppe
  • Nasenspülungen

Fließ-Schnupfen kann auch effektiv mit Heilpflanzen behandelt werden. Schnupfen heilende Pflanzen sind insbesondere:

  • Roter Sonnenhut (Echinacea): stärkt das Immunsystem
  • Schwarzkümmel: aktiviert die Abwehrkräfte des Körpers
  • Kapland-Pelargonie (Umckaloabo): insbesondere zur Abwehr von Viren

Fließschnupfen vorbeugen – geht das?

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Will man wissen wie man einem Fließschnupfen vorbeugen kann, muss wiederum unterschieden werden zwischen infektösen und allergischen Auslösern.

  • Infektiöser Fließschnupfen
    Hier ist ein starkes Immunsystem der Dreh- und Angelpunkt für eine Vorbeugung gegen Fließ-Schnupfen. Man kann sein Immunsystem durch folgende Maßnahmen effektiv stärken:
    • Bewegung
    • gesunde Ernährung (ausreichend und abwechslungsreich)
    • nicht rauchen
    • im Winter warm anziehen (v. a. warme Socken und Mütze)
  • Allergischer Schnupfen
    Im Falle von allergischem Schnupfen ist es am besten, die auslösenden Allergene zu meiden – dies ist leider nicht immer möglich. Daneben gibt es eine Vielzahl an Medikamenten, die präventiv eingenommen werden können, bevor der Pollenflug beginnt. Damit kann die Symptomatik stark reduziert werden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Fließschnupfen

An dieser Stelle beantworten wir wichtige Fragen, die uns häufig zum Fließ-Schnupfen gestellt werden:


Ist Fließschnupfen ansteckend?

Wenn Fließ-Schnupfen durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird, ist diese Schnupfenform sogar sehr ansteckend. Beim Niesen gelangen Millionen Nasenschleim-Tröpfchen in die Umgebung und können auf diese Weise andere Menschen anstecken.

Allergisch bedingter Fließ-Schnupfen betrifft nur den auf ein Allergen überempfindlich reagierenden Menschen. Ein Pollen-Allergiker kann keinen Menschen mit seinem allergisch bedingten Fließ-Schnupfen anstecken – selbst, wenn er ihn anniesen würde.

Wie lange kann ein solcher Schnupfen andauern?

Ein bakteriell oder viral ausgelöster Schnupfen dauert etwa eine Woche an, manchmal auch länger. Dagegen halten die allergen ausgelösten Beschwerden so lange an, wie das Allergen zugegen ist.

Kann Fließschnupfen auch ohne Erkältung auftreten?

Ja, auch allergene Substanzen, kaltes Wetter, Stress, Alkohol, Staub, Rauch und Cayennepfeffer sowie bestimmte Medikamente können Fließ-Schnupfen auslösen.

Kann Fließschnupfen eine psychische Ursache haben?

Stress und Emotionen sind wesentliche auslösende Faktoren für Fließ-Schnupfen.

Wie lässt sich Fließschnupfen am besten stoppen?

Maßnahmen, wie zum Beispiel die Stärkung des Immunsystems, Meidung Fließ-Schnupfen auslösender Allergene sowie die Behandlung mit geeigneten Medikamenten sind besonders geeignet, Fließ-Schnupfen zu stoppen.


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Fazit

Fließschnupfen hat zahlreiche Ursachen. Diese lassen sich durch ein breit gefächertes Spektrum an geeigneten Medikamenten, Globuli, Schüßlersalzen und Naturheilpflanzen gezielt und effektiv behandeln. Auch schon Babys und Kleinkinder können schonend mit geeigneten Mitteln behandelt werden, sodass sie wieder ausreichend trinken und durchschlafen können.

Auf die allgemeine Stärkung des Immunsystems sowie die Meidung allergener Stoffe sollte – zur Vorbeugung – besonderes Augenmerk gelegt werden.


Quellen
  • Online Apotheke Europan: Fließschnupfen | eurapon; auf: www.eurapon.de (abgerufen am: 01.07.19)
  • Runners Point: Fließschnupfen - RUNNER'S WORLD; auf: www.runnersworld.de (abgerufen am: 01.07.19)
  • Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohreärzte e.V.: HNO-Ärzte-im-Netz »; auf: www.hno-aerzte-im-netz.de (abgerufen am: 01.07.19)
  • Probst, R. et al.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2008; (abgerufen am: 01.07.19)
  • Andreae, S. et al.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2008; (abgerufen am: 01.07.19)
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2. Auflage, 2008; (abgerufen am: 01.07.19)

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