Mykosen sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können unbehandelt auch zu weitreichenden gesundheitlichen Problemen führen. Weltweit sterben 1,5 Millionen Menschen jährlich an Pilzerkrankungen. Deshalb sollte man Pilzinfektionen nicht unterschätzen und sofort im Anfangsstadium bekämpfen.

Wir klären hier über die verschiedenen Mykosen Arten auf. Wie sie entstehen, welche Behandlungsmethoden es gibt und wie man Mykosen bereits im Vorfeld effektiv vorbeugen kann.

Eine Definition – Was ist eine Mykose?

Der Begriff Mykose stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt „Pilz“.

Laut Wikipedia ist eine Mykose eine durch Pilze verursachte Infektionskrankheit, welche bei Menschen und Tieren an verschiedenen Körperteilen auftreten können.

Fachinformationen
Name: Mykose
Bezeichnung: Allergische Alveolitis durch organischen Staub
ICD-Codes: B35-B49

Umgangssprachlich verwendet man auch oft den Begriff Pilzinfektion und meint damit eine Pilzerkrankung. Jedoch ist diese Bezeichnung nicht ganz korrekt, da der Ablauf der Infektion beziehungsweise der Ansteckung nicht unbedingt zu einer Erkrankung führen muss. Deshalb wird in der Medizin eher von einer Mykose gesprochen.

Die Erreger können Myzelpilze und Hefepilze sein, welche sich bei einer Mykose schmarotzerhaft (parasitär) auf dem oder im sogenannten Wirt ausbreiten. Das können Pflanzen, Tiere aber auch Menschen sein.

Die verschiedenen Mykose-Arten

Es gibt verschiedene, ganz unterschiedliche Arten von Mykose.

Um eine Mykose richtig zu behandeln, muss die Pilzgattung bestimmt werden (wahlweise auch durch einen Arzt):

  • Dermatophyten:
    Dies sind Fadenpilze, welche oberflächliche Infektionen verursachen.
  • Hefepilze:
    Diese können unterschiedliche Mykosen auslösen. Sowohl eine Ausbreitung einer oberflächlichen als auch einer systemischen Mykose ist möglich. Äußerlich tritt eine Infektion mit Hefepilzen meist an den Schleimhäuten und auf der Haut auf. Eine systemische Mykose mit Hefepilzen kommt häufig als Candidose, Scheidenpilz oder Soor vor und befällt innere Organe.
  • Schimmelpilze:
    Sie zählen auch zu den Fadenpilzen, welche meist systemische Mykosen hervorrufen.

Doch was versteht man unter systemischen bzw. einer oberflächlichen Mykose?

Wie unterteilt man Mykosen?

Mykosen treten in unterschiedlichen Formen auf. So werden sie einerseits in exogene & endogene, andererseits in oberflächliche & systemische Mykosen unterteilt.

Endogene & Exogene Mykose

  • Endogene Mykosen

    …werden auch opportunistische Mykosen genannt und entstehen, wenn die Balance der natürlichen auf und im Menschen vorkommenden Pilze nicht stimmt. Dies kann beispielsweise durch ein geschwächtes Immunsystem oder durch die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika passieren.

  • Exogene Mykosen

    …werden auch als primäre Mykosen bezeichnet und werden durch die Übertragung von Sporen pathogener Pilze ausgelöst.

Oberflächliche & Systemische Mykosen

  • Oberflächliche Mykosen

    …sind Mykosen der Haut und Hautanhangsgebilde. Medizinisch heißen sie Dermatophytose oder auch Tinea. Diese Pilze werden indirekt über Hautschuppen von Mensch zu Mensch übertragen. Meist sind nur Menschen mit einem geschwächten Immunsystem dafür empfänglich.

    Oberflächliche Mykosen können chronische Hautmykosen an allen Körperteilen verursachen. In den meisten Fällen kommen diese lokalen Mykosen als Nagelpilz, Fußpilz oder Scheidenpilz vor.

    Ebenso sind Mykosen der Schleimhäute und der Geschlechtsorgane (beispielsweise vaginale Pilzinfektion) möglich. Meist werden diese Erkrankungen durch Pilze der Gattung Candida ausgelöst.

  • Systemische Mykosen

    …werden auch als Systemmykosen oder invasive Mykosen bezeichnet. Der Erreger gelangt bei Menschen meist über die Lunge in den Blutkreislauf. Dadurch werden innere Organe befallen.

    Systemische Mykosen sind ernsthafte Erkrankungen, die auch Mediziner nur sehr schwer in den Griff bekommen. Sie können einen tödlichen Verlauf haben.

    Folgende Personen zählen zur der „Risikogruppe“ für systemische Mykosen:

      Patienten nach..

    • … einer Operation
    • … einer Transplantation
    • … einer Chemotherapie
    • Patienten mit Immunschwächekrankheiten wie AIDS, Agammaglobulianämie

Wie entsteht Mykose? – Die Ursachen

Die Ursachen sind aufgrund der verschiedenen Mykose-Arten unterschiedlicher Herkunft:

  • Oberflächliche Mykosen:
    Dermatophyten werden durch eine sogenannte Schmierinfektion übertragen. Dies kann im direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen geschehen oder durch den Kontakt mit Gegenständen, die verunreinigt sind.
  • Systemische Mykosen:
    Schimmelpilze und Hefepilzen werden durch die Sporen meistens über die Atemwege übertragen. Zunächst ist die Lunge betroffen, dann werden die Erreger über das Blut oder die Lymphe im Körper verteilt und dehnen sich auf andere Organe aus.

Warnung: Verbreitung invasiver Pilzinfektionen

In Deutschland gibt es etwa 13.000 invasive Pilzinfektionen von Lunge, Gehirn und Blutkreislauf.

Das Hauptproblem ist ein geschwächtes Immunsystem, welches es nicht mehr schafft erfolgreich einen Pilzbefall abzuwehren. Die Zahlen zeigen, dass Mykose-Erkrankungen nicht unterschätzt werden dürfen.

An der Uniklinik Köln wurden 2018 beispielsweise 60.000 Patienten stationär behandelt. Davon hatten alleine 250 Personen einen invasiven Pilzbefall.

Die Symptome – Mykose erkennen

Die Symptome können aufgrund der verschiedenen Mykose-Arten ganz unterschiedlich sein. Deshalb wollen wir Ihnen in den nächsten Abschnitten einige dieser Symptome anhand verschiedener Mykose Arten aufzeigen.

Symptome bei Fußpilz:

Eine Fußpilzerkrankung ist eine der häufigsten Mykosen. Der Befall zeigt sich meist zuerst in den Zehenzwischenräumen. Pilze lieben das feucht-warme Klima dort.

Bei dieser Art von Mykose treten folgende Symptome auf:

  • Aufweichung der Haut an diesen Stellen
  • Rötung der Haut
  • Brennen und Jucken der Haut
  • Risse an den betroffenen Hautstellen
  • Schuppenbildung der Haut
  • Bildung von Blasen oder Pusteln
  • Entzündung der Blasen oder Pusteln
  • Entstehung eines unangenehmen Geruchs

Die Pilzinfektion kann sich auf die Fußsohle, den Fußrücken und vor allem die Nägel ausbreiten. Daraus kann am Ende Nagelpilz entstehen.

Achtung

Durch die Hautveränderungen ist das Eindringen von Bakterien möglich, welche wiederum eine sogenannte Wundrose verursachen können.

Symptome beim Scheidenpilz:

Scheidenpilz wird auch als Vaginalmykose bezeichnet, bei der eine Infektion mit der Pilz-Gattung Candida albicans vorliegt. Wenn die Scheidenflora nicht in ihrem Gleichgewicht ist, dann hat dieser Hefepilz die besten Chancen sich zu vermehren.

Scheidenpilz macht sich durch folgende Symptome bemerkbar:

  • gelblich oder weißer Ausfluss (Dieser hat anfangs schmierige Konsistenz und im späteren Infektionsstadium eine bröckelige Struktur.)
  • starker Juckreiz im Genitalbereich
  • Brennen in der Scheide oder im äußeren Genitalbereich
  • Rötungen und Schwellungen im Intimbereich
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Jedoch können auch noch andere Körperpartien wie beispielsweise Gesicht und Auge von dieser Pilz-Gattung betroffen sein.

Der Gang zum Arzt – Diagnose einer Mykose

Um eine Pilzinfektion genau zu diagnostizieren, findet in der Arztpraxis eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung statt. Dabei nimmt der behandelnde Arzt mittels Nativpräparat eine kleine Probe von der betroffenen Körperstelle und untersucht diese unter dem Mikroskop. Dadurch kann der Arzt die Existenz eines Pilzes erkennen.

Um aber den exakten Erreger festzustellen, muss zusätzlich eine Pilzkultur angelegt werden. Wenn die Pilzkultur genügend gewachsen ist, dann kann man die Pilzgattung eindeutig bestimmen und somit eine entsprechende Behandlung durchführen.

Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten – Was tun?

Für die Behandlung von Pilzinfektionen stehen Antimykotika zur Verfügung, welche eine wachstumshemmende oder abtötende Wirkung haben.

Der Arzt verschreibt je nach Erreger unterschiedliche Anti-Pilz Mittel:

  • Für die äußerliche Anwendung bei bspw. Fuß-, Nagel- und Scheidenpilz, wird ein topisches Antipilzmittel verschrieben. Die Antipilzmittel können Cremes, Salben oder Sprays sein.
  • Für die innerliche Anwendung bei einer systemische Mykose oder einer schwierigen, fortgeschrittenen äußerlichen Pilzerkrankung, werden Medikamente in Form von Tabletten verschrieben.


Kann man einer Mykose auch selbst vorbeugen?

Mit folgenden Maßnahmen können Sie das Risiko an einer Mykose zu erkranken, verringern:

1. Tipp: Luftdurchlässige und atmungsaktive Bekleidung

Pilze lieben feucht-warmes Klima, deshalb sollte man bei der Kleiderwahl darauf achten, dass diese ausreichend Luft durchlässt und atmungsaktiv ist. Es eignen sich Naturmaterialien wie Baumwolle und Leinen. Seide und Polyester sollte man meiden, gerade bei Unterwäsche. Auch Schuhe sollten aus natürlichen Materialien bestehen, um Mykosen vorzubeugen.

2. Tipp: Gesunde Körper-Hygiene

Nach dem Baden oder Duschen sollte man seinen Körper gründlich abtrocknen. Auch die Zehenzwischenräume sollte man nicht vergessen.
Wer zu trockener Haut neigt, sollte eine feuchtigkeitsspendende Lotion nach dem Waschen verwenden. Von übertriebener Körperpflege sollte man aber absehen, denn eine zu intensive und zu häufige Reinigung bringt die natürliche Flora aus dem Gleichgewicht. Insbesondere im Vaginalbereich sollte man keine Intimpflegeprodukte verwenden.

3. Tipp: Vor Ansteckung durch Kenntnisse schützen

Vor einer Pilzinfektion kann man sich sehr gut schützen, wenn man über mögliche Übertragungswege Bescheid weiß. So sind an folgenden Orte Mykose-Infektionen leicht möglich:

  • öffentlichen Schwimmbändern, Duschen und Saunen
  • Fitnesscentern (Geräte, Yoga-Matten)
  • Badezimmern und auf Teppichböden von Hotels

Es empfiehlt sich hier Badeschlappen beziehungsweise Socken zu tragen.

4. Tipp: Stärkung des Immunsystems

Mit gewissen Verhaltensweisen kann man das körpereigene Immunsystem stärken:

  • ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung
  • Meiden von Zucker und Weißmehlprodukten (Pilze lieben Zucker)
  • regelmäßige Bewegung an der frischen Luft

Was Sie sonst noch interessieren könnte

In diesem Abschnitt haben wir Ihnen einige häufige Fragen zusammengetragen und beantworten diese für Sie kurz:


Ist eine Mykose ansteckend?

Ja, ein Pilz ist in den meisten Fällen ansteckend. Er kann entweder über direkten Kontakt aber auch über verunreinigte Gegenstände übertragen werden.

Welche Wirkstoffe helfen bei Mykosen?

Das kommt wie schon erwähnt auf die Art der Mykose an. Allgemein werden in der Behandlung von Pilzinfektionen oftmals folgende Arzneistoffe verwandt:

Braucht es ein Blutbild bei einer systemischen Mykose?

Da sich bei dieser Art von Mykose die Infektion über die Blutbahn ausbreitet und sogar zu einer Blutvergiftung kommen kann, kann es möglich sein, dass ihr Arzt mit Ihnen ein Blutbild erstellt.

Wie kann ich mich mit einem Hefepilz anstecken?

Diese Sorte von Pilzen zählt nicht zu den hochansteckenden Arten. Trotzdem ist er wie auch die anderen durch direkten Körperkontakt aber auch durch verunreinigte Gegenstände übertragbar.


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Abschließende Worte

Pilzinfektionen werden immer wieder nur als ein optisches Problem abgetan. Doch Mykosen gehören zu den häufigsten Infektionserkrankungen weltweit. Dabei treten die meisten Pilzerkrankungen oberflächlich und lokal an Nägeln, Schleimhäuten und anderen Körperteilen auf.

Invasive Pilzerkrankungen werden jedoch immer wieder – auch in Deutschland – zu spät erkannt. Deshalb sollte man auf der Hut sein und Symptome gleich im Anfangsstadium erkennen um rechtzeitig handeln zu können.


Quellen

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