Nagelpilz“ Die Diagnose des Hautarztes hört sich erst einmal nicht besonders bedrohlich an – denkt man – doch da irren Sie sich!

Wegen an Pilzen erkrankter Fußnägel müssen Sie zwar meistens nicht unters Messer, aber unbehandelt lassen sollten Sie die Quartiere der ungebetenen Untermieter zwischen den Hornschichten der Nägel auch nicht.

Lesen Sie in unserem Artikel, wie Nagelpilz überhaupt an den eigenen Füßen und Fingern entstehen kann, wie man seinen speziellen Pilz-Typ sicher identifiziert, welche geeigneten Behandlungsmöglichkeiten dem Arzt zur Verfügung stehen und ob man seinen Nagelpilz auch in Eigenregie, etwa mit schonend wirkenden „Geheimtipps“ – als Alternative zu einer medikamentösen Behandlung – wieder los wird.

Nagelpilz – Was ist das eigentlich?

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Nagelpilze sind parasitär lebende Pilze. die über eine Infektion die Nägel befallen. Der Arzt spricht medizinisch korrekt von einer Onychomykose (Onycho = Nagel, Mykose = Pilzinfektion).

Sie dringen in den Nagel – meist Fußnagel – ein, infizieren ihn also, und leben von der Hornsubstanz der Nagelplatte, ein Vorgang, der unbehandelt sehr oft zur Zerstörung der Nägel führt. Ohne geeignete Behandlung können sich Nagelpilze aber auch über den gesamten Fuß und sogar darüber hinaus ausbreiten. Gleiches gilt natürlich auch für die Nägel der Finger.

Bei einer Onychomykose sind aber oft nicht nur die Fußnägel betroffen. Die Konsequenzen reichen meist weit darüber hinaus – hier ein Überblick.

Die Konsequenzen einer Onychomykose – ein Überblick:

  • Die Nagelplatten werden nach und nach verformt und zerstört.
  • Es stellen sich Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln ein.
  • Der Pilz kann sich außerdem auch auf den Fuß ausbreiten und so zusätzlich das Krankheitsbild eines Fußpilzes ausbilden.
  • Auch die Hände können durch ihren Kontakt mit den Füßen infiziert werden, ebenso das gesamte soziale Umfeld, also beispielsweise die Familie, durch die gemeinsame Badbenutzung.
  • Der infizierte Bereich des Nagels kann zusätzlich von Bakterien befallen werden, ein Prozess, der das Krankheitsbild weiter verkompliziert und damit eine Heilung erschwert.
  • Die mit Nagelpilzen infizierten Nagelplatten können mit der Zeit so dick werden, dass man sie kaum noch schneiden kann. Da sich die Zehennägel im Zuge von verschleppten Nagelpilzinfektionen oft auch noch stark deformieren, kann es passieren, dass man seine gewohnten Schuhe nicht mehr tragen kann. Der Fuß schmerzt bei jedem Schritt, er rollt dann oft untypisch – schmerzmindernd – ab, die Körperhaltung verändert sich in Folge davon, wiederum dadurch können sich Muskelverspannungen entwickeln, usw. usf.

Es ist also zusammenfassend festzuhalten, dass das Problem einer Nagelpilzinfektion oft nicht örtlich begrenzt bleibt – nur auf den Bereich der Füße – sondern schließlich den gesamten Körper und sogar sein soziales Umfeld ergreifen kann.

Wichtig

Dies zu Beginn unseres Beitrages zu verinnerlichen, ist von besonderem Wert, denn es macht jedem klar, dass man dem Pilz möglichst früh Paroli bieten muss – mit einer geeigneten Behandlung. Dazu aber später mehr!

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Symptome – Nagelpilz im Anfangsstadium erkennen

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Nagelpilz im Anfangsstadium bleibt oft unerkannt – aber gerade DANN ist die Chance vergleichsweise hoch, dass Sie ihn mit einer gezielten Behandlung relativ schnell wieder loswerden.

In diesem Abschnitt soll es deshalb darum gehen, Sie auf die typischen Symptome aufmerksam zu machen, an denen Sie selbst den Nagelpilz sofort sicher erkennen.

Zuerst sind meist die großen und kleinen Zehen betroffen. Dies deshalb, weil sie in engen Schuhen am meisten gequetscht werden. Auf diese Weise werden die Nägel an diesen außen liegenden Zehen am ehesten rissig und damit zu Eintrittspforten des Pilzes. Schauen Sie also regelmäßig dort immer zuerst nach dem Pilz, indem Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Verlieren meine Fußnägel ihren natürlichen Glanz?
  • Sind weißliche oder gelb-bräunliche Verfärbungen am Nagelrand?
  • Wird der vordere Nagelrand oder die Seite brüchig?
  • Verdickt sich die Nagelplatte?
  • Wird der Nagel uneben, rau und bröckelig?
  • Lockert sich die Nagelplatte?
  • Löst sich der Nagel vom Nagelbett ab?
  • Ist das Nagelbett (der Bereich unter dem Nagel) entzündet (rötlich)?

Können Sie eine oder mehrere Fragen bejahen, dann ist es wahrscheinlich Nagelpilz im Anfangsstadium! Tun Sie jetzt das einzig Richtige und kümmern sich um eine Behandlung!

Welche zahlreichen Möglichkeiten Sie haben, erklären wir Ihnen ausführlich weiter unten.

Arten von Nagelpilz (Bilder)

Für eine bestmögliche Behandlung ist es wichtig, die verschiedenen Arten/Typen von Nagelpilzen am Krankheitsbild zu erkennen.

Der Arzt unterscheidet drei Hauptarten von Nagelpilzen, die wir Ihnen zunächst mithilfe einer Abbildung anschaulich machen wollen. Dieses Bild ermöglicht es Ihnen bereits, Ihren eigenen Nagelpilz zu identifizieren.

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An welchen Merkmalen erkennt man nun aber diese drei Nagelpilzarten?

Typ 1: Weiße superfizielle Onychomykose (WSO)
Weißer Nagelpilz an der Oberfläche

nagelpilz wso weißer nagelpilz

Erreger: Trichophyton interdigitale

Wie erkenne ich die WSO?

  • Die Verfärbungen sind weißlich
  • Die Verfärbungsmuster sind filigran, fädig oder gesprenkelt
  • Auf der Oberfläche der Nagelplatte können sich pulvrige Flecken befinden
  • Der Nagel wirkt rau
  • Der freie Nagelrand ist spröde und zersetzt
  • Der Nagel neigt insgesamt dazu, zu zerfallen

Typ 2: Proximale subunguale Onychomykose (PSO)
Nagelpilz, der von hinten beginnt und in den Nagel von unten einwächst

nagelpilz unten hinten pso

Erreger: Fadenpilz Trichophyton rubrum

Wie erkenne ich die PSO?

  • die Infektion beginnt hinten, am Nagelwall, unter dem Nagelhäutchen, das gerötet erscheint
  • charakteristisch ist auch ein weißer Bereich sowie eine Trübung des Nagels
  • der gesamte Nagelbereich erscheint leicht gerötet
  • der Nagel bleibt meistens erhalten

Typ 3: Distolaterale subunguale Onychomykose (DLSO)
Nagelpilz, der an einer Seite oder von vorne beginnt, unter dem Nagel

nagelpilz dlso seite vorne abgebrochen

Erreger: Fadenpilz Trichophyton rubrum

Wie erkenne ich die DLSO?

  • der Zerfall des Nagels erfolgt von der Seite oder von vorne (unter dem freien Nagelrand)
  • die Infektion breitet sich in Richtung Nagelwurzel aus
  • die Nagelplatte zeigt dicke, milchige Bereiche
  • Verfärbungen der Nagelplatte von weiß über gelblich zu braun
  • die betroffene Nagelkante ist rissig und sehr brüchig
  • Verhornung unter der Nagelplatte (subunguale Hyperkeratose), oft schmerzhaft
  • durch die subunguale Hyperkeratose verdickt sich der Nagel stark und löst sich allmählich vom Nagelbett ab

Es gibt nun noch einen vierten Nagelpilz-Typ, der aber nur selten in Erscheinung tritt (ohne Abbildung):


Typ 4: Endonyx-Onychomykose (=EO)
Nagelpilz nur im Inneren der Nagelplatte

Erreger: Trichophyton spec.

Wie erkenne ich die EO?

  • Inneres der Nagelplatte milchig-weißlich verfärbt
  • keine Anzeichen der Nagelauflösung oder Nagelzerstörung

Allgemeine Fragen zur Behandlung

Wollen Sie mit der Behandlung Ihres Nagelpilzes beginnen, gibt es wahrscheinliche einige Fragen, die sofort im Raum stehen.


Welcher Arzt hilft bei Nagelpilz?

Eine Nagelpilzerkrankung behandelt primär der Hautarzt (Dermatologe). Aber auch der Hausarzt kennt sich damit aus. Ein erfahrener Arzt kann allein nach dem Krankheitsbild die Krankheit bestimmen (diagnostizieren) oder zumindest eine Verdachtsdiagnose stellen.

Für eine anschließende genaue Diagnosestellung führt der Dermatologe aber natürlich noch diverse andere Untersuchungen durch, etwa diese:

  • Untersuchung eines Nativpräparats (Nagelprobe)
  • kultivieren des Erregers
  • Verfahren, um Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen
Wie bereite ich den Nagel auf die Behandlung vor?

Vier Dinge sollten Sie beachten:

  • Stellen Sie sich mit frischen Füßen oder sauberen Händen beim Arzt vor
  • Infiziertes Nagelmaterial kann vorher schonend abgetragen worden sein (Harnstoffsalbe und Schaber)
  • Tragen Sie keinen farbigen Nagellack
  • Eine Nagelpilzbehandlung, z. B. mit speziellem Nagellack, sollte am besten schon 4 Wochen zurückliegen
Wie lange dauert eine Nagelpilzbehandlung in der Regel?

Ja, das kommt in einem späten Stadium der Erkrankung oft vor!

Löst sich der ganze Nagel irgendwann ab?

Eine Anti-Pilz-Behandlung von innen mit Tabletten ist dann nötig, wenn der Pilz sich in einem fortgeschrittenen Ausbreitungsstadium befindet, also die Nagelwachstumszone erreicht hat. Davor (bei bis zu mittelschweren Befallsformen) ist es noch möglich, dem Nagelpilz mit lokalen Behandlungsmaßnahmen von außen (Nagellack, Cremes) Einhalt zu gebieten.

Wie lange dauert es, bis der Nagel nachgewachsen ist?

Fußnägel wachsen nur 0,5 bis 1 mm pro Monat – das Nachwachsen eines kompletten Fußnagels kann deshalb ein ganzes Jahr dauern. Schneller wachsen Fingernägel: bis zu 3,5 mm pro Monat. Ein ganzer Fingernagel bildet sich damit in etwa einem halben Jahr nach.


Behandlungsmöglichkeiten – Was hilft gegen Nagelpilz?

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Folgende Behandlungsmethoden und Behandlungsmittel stehen dem Arzt – und zum Teil auch Ihnen zur Eigenregie – zur Verfügung:

Die folgenden Kapitel sollen Ihnen einen verständlichen Überblick über diese medikamentösen und nicht-medikamentösen Möglichkeiten geben, Nagelpilze erfolgreich zu behandeln.



Medikamente – Nagellacke & Tabletten

Für die Behandlung von Nagelpilzen stehen Nagellacke und Medikamente mit erprobten Wirkstoffen zur Verfügung.

  • Nagellacke
    Nagellacke bieten die Möglichkeit, Nagelpilze äußerlich zu behandeln.

    Wie auftragen?
    Man geht dabei so vor, dass vor dem Auftragen des Lacks der infizierte Nagel geschnitten und sorgfältig abgefeilt wird. Erst dann wird der Lack aufgetragen.

    Wie entfernen?
    Bevor man neuen – wasserunlöslichen – Lack aufträgt, muss der alte Lackfilm mit einem mit Alkohol getränkten Pad entfernt werden. Bei wasserlöslichen Lacken lässt sich der alte Lackfilm vor einem erneuten Auftragen leicht mit Wasser abwaschen.

  • Cremes
    Es gibt zur äußerlichen Behandlung von Nagelpilzen auch Cremes.

    Wie wird behandelt?
    1. Zehen- oder Fingernägel in warmem Wasser 10 bis 15 Minuten einweichen
    2. Gründlich Füße und Zehenzwischenräume abtrocknen
    3. Betroffene Stellen mit Urea-Creme eincremen und mit einem Hygienepflaster abdecken.
    4. Pflaster nach 24 Stunden entfernen
    5. Zehen oder Finger wieder für einige Minuten in warmes Wasser halten
    6. Danach werden die weichen Nagelschichten mit dem Spatel entfernt
    7. Nun werden Zehen- oder Fingernägel erneut mit der harnstoffhaltigen Creme behandelt und die oben beschriebene Behandlung für 2 Wochen fortgesetzt
    8. Danach werden die betroffenen Stellen für zusätzliche vier Wochen mit einer Bifonazol-Creme (pilztötend) weiterbehandelt

  • Tabletten
    Nagelpilz kann nicht nur äußerlich, mit Nagellack und Cremes, behandelt werden, sondern auch innerlich mit Tabletten.

    Welche Medikamente in Tabletten Form kommen zum Einsatz?
    Terbinafin: Dieses Medikament wird eingesetzt, wenn der Nagelpilz von Fadenpilzen (Dermatophyten, Hautpilzen) verursacht wurde, was in 4 von 5 Fällen zutrifft.
    Itraconazol: Wird der Nagelpilz durch Schimmelpilze oder Hefepilze verursacht, das betrifft etwa jeden fünften Krankheitsbefund, dann wird normalerweise Itraconazol verschrieben.
    Fluconazol: Fluconazol wird insbesondere dann vom Arzt verschrieben, wenn andere Behandlungen erfolglos blieben.

Welche Wirkstoffe helfen bei Nagelpilz?

Die Wirkung aller medizinischen Anti-Nagelpilz-Präparate – Nagellacke, Cremes und Tabletten – basiert auf jeweils verschiedene Wirkstoffen, die sich bis heute bewährt haben:

Chirurgische Nagelentfernung

Eine chirurgische Entfernung von Nägeln wird heute kaum noch praktiziert und dies aus mehreren Gründen, die wir hier übersichtlich darstellen:

  • Die Behandlung ist schmerzhaft
  • Das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) ist hoch
  • Das Behandlungsergebnis ist nicht besser als mithilfe anderer Methoden

Nagel per Laser entfernen

Bei der Laserbehandlung wird der infizierte Nagel bestrahlt, um die Nagelpilze abzutöten und befallene Nagelmasse abzutragen. Durch die speziell für die Behandlung von Nagelpilz zugelassenen Pulslaser sollen auch braun verfärbte Nägel aufgehellt werden können.

Diese nebenwirkungsarme aber sehr teure Behandlungsmethode muss aus eigener Tasche bezahlt werden.

Geheimtipp – Natürliche Mittel

Nagelpilz ist eine sehr hartnäckige Angelegenheit. Die meisten Behandlungen müssen über einen langen Zeitraum verwendet werden um zum Erfolg zu kommen. Das schreckt den ein oder anderen, gerade wenn es um medikamentöse Behandlungsformen geht, ab. Denn diese sind teilweise sehr aggressiv und die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen ist groß.

Gerade für solche Menschen sind Therapiemöglichkeiten mit besonders nebenwirkungsarmen – meist natürlichen – Wirkstoffen eine echte Alternative.

Doch welche Möglichkeiten haben Sie dort und welche Wirkstoffe helfen wirklich bei Nagelpilz:

  • Urea:
    Der Wirkstoff Urea (oder auch Harnstoff) hilft auf 2 Wegen. Zum einen macht er den befallenen Nagel entsprechend weich, sodass die weiteren Wirkstoffe tief in den Nagel einziehen und dort wirken können. Die desinfizierende Wirkung des Harnstoffes unterstützt die Pilzabtötende Wirkung dann noch weiter.
  • Teebaumöl:
    Teebaumöl wird unverdünnt auf die pilzinfizierten Nägel aufgetragen. Es wirkt dabei antibakteriell und antimykotisch – soll also helfen das Wachstum der Pilzsporen zu reduzieren.
  • Nelkenöl:
    Lavendelöl aber auch Nelkenöl sind laut Studien besonders wirksam bei der Bekämpfung der Haupterreger von Nagelpilz, den Fadenpilzen. Das im Nelkenöl enthaltene Eugenol wirkt stark pilzabtötend und antibaketeriell.
  • Rizinusöl:
    Bei regelmäßiger Anwendung kann auch Rizinusöl eine effektive Behandlung gegen Nagelpilz darstellen. Dafür der Wirkstoff Undecylensäure im Rizinusöl.


Erfahrungen – Welche Behandlungsmöglichkeiten ist gut?

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Wer sich in Foren umschaut oder die zahlreich im Internet vorhandenen Bewertungen liest, bekommt einen guten Eindruck von Behandlungsmöglichkeiten, die gut wirken und solchen, bei denen man vorsichtig sein sollte.

Gelobt werden grundsätzlich die Nagellacke, gewarnt wird vor Tabletten – insbesondere wegen gravierender Nebenwirkungen, von denen die Anwender berichten.

Was aber besonders auffällt, ist, dass sich gerade auch mit natürlichen Mitteln oft ein Behandlungserfolg einstellte.

So haben wir von einem Anwender erfahren, dass er jahrelang erfolglos seinen Pilz behandelte, bis er seine Nägel über einen Zeitraum von 9 Monaten mit Teebaumöl und Essigessenz behandelte – erfolgreich.

Auch Biolavendelöl und Kaliumpermanganat (einige Kristalle ins tägliche Fußbad) wurden als „Geheimtipp“ verraten.

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Ursachen – Wie entsteht Nagelpilz?

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Ein Nagelpilz entsteht durch eine Infektion der Nägel mit Pilzsporen, denn mithilfe von Sporen verbreitet sich der Nagelpilz. Diese Sporen sind so winzig klein, dass sie in die feinsten Risse von Nägeln eindringen können und sich dann dort einnisten.

Ist der Nagel erst einmal mit Pilzsporen infiziert, „schlüpft“ der Pilz aus den Sporen in der feuchten und warmen Umgebung der Zehen, indem er Pilzfäden ausbildet. An diesen Fäden (Hyphen) entstehen bald sogenannte Fruchtkörper, in denen weitere Sporen enthalten sind. Auf diese Weise vermehrt sich der Pilz im Nagel und erzeugt die typischen Symptome eines Nagelpilzes.

Wissenschaftler unterscheiden im Grunde 3 Gruppen von Nagelpilzen:

  • Die Fadenpilze
    Sie sind die Haupterreger. Sie machen 83 % aller Nagelpilzinfektionen aus. Hier sollte man sich insbesondere einen Pilz, der für die meisten Infektionen ursächlich ist, merken: Trichophyton rubrum, zu Deutsch etwa „schlangenartig gewundenes rotes Haar“, denn genau so sieht dieser Pilzfaden auch aus. Früher war T. rubrum hauptsächlich im Nahen Osten und in den USA verbreitet, jetzt aber findet man ihn überall auf der Welt, mit stark zunehmender Häufigkeit in Europa.
  • Die Schimmelpilze
    Sie kommen, mit 16 % aller Fälle, als Verursacher von Nagelpilz wesentlich seltener in Betracht.
  • Die Hefepilze
    Nur 1 % aller Nagelpilzerkrankungen werden von Hefepilzen (z. B. Candida albicans) ausgelöst.

Nun könnte man sich zu Recht fragen, warum uns unser Immunsystem nicht automatisch vor dem Eindringen dieser Pilze in die Nägel schützt?

Der Grund ist einfach der, dass Nägel nicht von Blutgefäßen durchzogen sind und deshalb die im Blut befindlichen Immunzellen, die die Fußpilze abwehren könnten, letztlich machtlos sind. Nagelpilzerkrankungen heilen deshalb auch ohne Behandlung – niemals – von alleine.

Das ist beim Fußpilz ganz anders: Die Fußhaut ist reich durchblutet und deshalb können die Abwehrzellen unseres Immunsystems hier den Pilz erreichen und effektiv bekämpfen. Auf diese Weise kann der Fußpilz – im Gegensatz zum Nagelpilz – durch die körpereigenen Kräfte ausheilen.++

Ansteckungsgefahr – Mögliche Risikofaktoren

Die Sporen von Nagelpilzen dringen vor allem dann in den Nagel ein, wenn die vorliegenden Umstände besonders günstig für sie sind. Solche infektionsbegünstigende Umstände können sein:

  • schlecht gepflegte, rissige oder durch Stoß (z. B. Fußball) beschädigte Nägel
  • warme, feuchte Umgebung (in Schuhen, insbesondere im Zehenbereich)
  • mechanische Belastungen der Zehennägel (z. B. zu enge Schuhe, beim Joggen)
  • intensiver Barfuß-Kontakt mit Nagelpilzen in öffentlichen Bädern, Badewannen, Saunen, Fitness-Studios, Umkleidekabinen und Duschen
  • bestimmte Erkrankungen (z. B. Schuppenflechte, Diabetes)
  • berufsbedingt (z. B. Reinigungskräfte)
  • Einnahme von Antibiotika
  • Chemotherapie
  • Vitaminmangel (Vitamin A, B1, B2 sowie K)
  • Mangel an Zink und Folsäure
  • gemeinsames Benutzen von Schuhen, Handtüchern, Hornhautentfernern, Nagelscheren
  • direkter Körperkontakt von Mensch zu Mensch (bzw. von Fuß zu Fuß)
  • zunehmendes Alter

Wichtige Tipps – Nagelpilz zukünftig vorbeugen

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An dieser Stelle tragen wor wir ihnen 11 einfache Tipps geben wie Sie zukünfitg Nagelpilz vorbeugen oder aber ein Leben lang Pilz frei bleiben können:

  1. Eine gute und regelmäßige Fußhygiene
  2. Nägel kurz schneiden, um Verletzungen der Hornschichten als Eintrittspforten für Pilzsporen zu minimieren
  3. Für trockenes Fußklima in den Schuhen sorgen („luftige“, gut passende Schuhe tragen); Schuhe ab und zu desinfizieren
  4. Schuhe nicht zwei Tage hintereinander tragen, damit die getragenen Schuhe vor erneuter Benutzung erst gründlich abtrocknen können
  5. Keine Schuhe von anderen Menschen tragen – sie könnten mit Nagelpilzen infiziert sein
  6. Verschwitzte Turnschuhe nur während sportlicher Aktivitäten anziehen, nicht in der Freizeit
  7. Badelatschen in den Hochburgen der Nagelpilze tragen (s. Kapitel: Risikofaktoren)
  8. Immer frische Strümpfe aus Wolle oder Baumwolle tragen
  9. Handtücher, Badematten, Socken und Bettwäsche öfter wechseln und bei mindestens 60 °C waschen
  10. Füße nach dem Waschen immer gut abtrocknen (Föhn verwenden!), vor allem im Bereich der Zehenzwischenräume
  11. Bei Risikopatienten ist gründliche Fußpflege empfehlenswert (Risikopatienten sind: Diabetiker, Senioren, Sportler, Personen mit Immunschwäche)

Hausmittel – Hilfreich oder nicht?

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Die Pharmaindustrie ist natürlich nicht glücklich, wenn ein Patient versucht, seine Nagelprobleme zunächst einmal mit einem Hausmittel in den Griff zu bekommen. Warum auch nicht, wenn sich der Pilz gerade erst im Nagel breit macht? Aber wie gut helfen diese Hausmittel wirklich?

Klar ist aber auch, dass praktisch keine – häufig von Pharmakonzernen finanzierten – medizinischen Studien vorliegen, die Hausmittel auf ihre Wirkung untersucht haben – wer gräbt sich schon selbst das Wasser ab?

Wer also zunächst die Heilkraft der Natur – die Hausmittel – in Anspruch nehmen möchte, dem stehen einige Mittel zur Verfügung, die sich bei Anwendern über die Jahre immer wieder bewehrt haben.

Beispiele für Hausmittel, die gerne bei Nagelpilz-Erkrankungen eingesetzt werden, sind:

  • Apfelessig

    Entweder 1 : 1 mit Wasser verdünnt auf die betroffenen Nägel auftupfen oder Füße bzw. Hände in einem stärker verdünnten (1 : 4) Fußbad behandeln.

    Bis heute finden sich leider keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von Apfelessig bei der Behandlung von Nagelpilz bestätigen konnten.

  • Backpulver

    Die Bekämpfung des Nagelpilzes erfolgt entweder durch Bestreuen oder so, dass man das Backpulver mit wenig Wasser zu einer Paste verrührt, die man dann auf den Nagelpilz aufträgt.

    Auch hier fehlen bis heute die Nachweise aus der Wissenschaft.

  • Eigenurin

    Bei der Verwendung von Eigenurin wird so argumentiert, dass der im Urin vorhandene Harnstoff Pilzsporen abtötet.

    Für eine Wirksamkeit ist die Harnstoffkonzentration im Eigenurin zu gering. Und auch hier fehlen die wissenschaftlichen Studien. Im Allgemeinen raten Mediziner von einer Behandlung mit Eigenurin ab.

  • Zahnpasta

    Fluorhaltige Zahnpasta soll eine starke pilztötende Wirkung entfalten, die Nagelpilze erfolgreich bekämpft.

    Und auch bei unserem letzten Hausmittel gegen Nagelpilz müssen wir leider feststellen, dass klinische Belege zur Wirksamkeit komplett fehlen.

Was Sie sonst noch interessen könnte?!

An dieser Stelle beantworten wir noch einige Fragen, die für den Umgang mit ihrem Nagelpilz wichtig sein könnten:


Kann Nagelpilz auch von allein wieder heilen?

Nein, nie! Es geht also kein Weg an einer Behandlung vorbei.

Muss ich mit Nagelpilz zum Arzt?

Nein, das ist nicht immer nötig, gerade dann nicht, wenn Sie Ihren Nagelpilz im Anfangsstadium erkannt haben und ihn dann kompromisslos behandeln.

Was ist schwarzer Nagelpilz?

Es handelt sich dabei um eine – am Nagelrand beginnende – schwarze Verfärbung der Nagelsubstanz durch Nagelpilze.

Wann kommen Cremes und Nagellack zum Einsatz und wann Tabletten?

Eine Anti-Pilz-Behandlung von innen mit Tabletten ist dann nötig, wenn der Pilz sich in einem fortgeschrittenen Ausbreitungsstadium befindet, also die Nagelwachstumszone erreicht hat. Davor (bei bis zu mittelschweren Befallsformen) ist es noch möglich, dem Nagelpilz mit lokalen Behandlungsmaßnahmen von außen (Nagellack, Cremes) Einhalt zu gebieten.

Wo liegt der Unterschied zwischen Nagel- und Fußpilz?

Nagelpilz heilt nie von allein aus, Fußpilz wohl. Das liegt daran, dass unsere Nägel vom körpereigenen Immunsystem abgeschnitten sind. Die Fußhaut aber ist reich durchblutet – und so können die Abwehrzellen die von Fußpilzen befallenen Zellen erreichen und bekämpfen.

Hat auch der Dm Mittel gegen Nagelpilz im Sortiment?

Dm bietet das Set Emcur gegen Nagelpilz an. Es besteht aus einer Tube mit speziellem Serum und integriertem Applikator sowie 10 Einmalfeilen. Das Mittel ist schon für Kinder ab 4 Jahren geeignet und enthält die Inhaltsstoffe Wasser, Roggen-Fermentations-Filtrat, Pentylenglykol und Dimethylisosorbid sowie Hydroxyethylcellulose.


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Fazit – Nagelpilz richtig behandeln

Eines ist klar: Je früher man mit einer Nagelpilz-Behandlung beginnt, desto besser ist die Prognose für einen Behandlungserfolg! Darüber gibt es unter Fachleuten keinen Dissens.

Streiten kann man sich nur darüber, welches die beste Behandlung ist und welche Bedeutung man der Wirkung natürlicher Mittel bei der Bekämpfung von Nagelpilzen zumisst. Denn es darf bei alledem nicht übersehen werden, welch gravierende Nebenwirkungen von manchen Anti-Nagelpilz-Medikamenten ausgehen können.

Es erscheint uns deshalb alternativ durchaus vernünftig – bei einem frühzeitig erkannten Nagelpilz – zunächst mit einem natürlichen Heilmittel zu versuchen, den Pilz zu bekämpfen. Sollten aber alle Versuche mit den diversen „Geheimtipps“ letztlich scheitern, kommt man um eine andere meist chemische Behandlungsmethode seines Nagelpilzes leider nicht herum.


Quellen

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