Naturheilkunde

Nur die wenigsten Menschen haben eine genaue Vorstellung davon, was Naturheilkunde ist. Wer krank ist, geht zum Arzt, bekommt dort ein Medikament verschrieben und nimmt dieses dann ein. Wozu sollte es hierzu alternative Verfahren geben? Schließlich beruht die Medizin ja auf der Wissenschaft, während Naturheilkunde irgendwie esoterisch klingt. Trotzdem nehmen viele Menschen zusätzlich zur Schulmedizin auch naturheilkundliche Verfahren in Anspruch – entweder beim Arzt oder bei einem Heilpraktiker. Wie funktionieren solche Verfahren eigentlich? Und vor allem: sind sie sinnvoll?

Was ist Naturheilkunde

Die Naturheilkunde zielt im Gegensatz zur Schulmedizin weniger darauf ab, Krankheitserreger zu bekämpfen oder Symptome zu unterdrücken. Stattdessen sollen körperliche Heilungsvorgänge unterstützt werden. Medikamente werden dazu in der Regel nicht herangezogen. Stattdessen gibt es Konzepte wie die Bewegungstherapie oder die Ernährungstherapie, die den Körper stärken sollen. Eine Ausnahme macht die Naturheilkunde aber meist: pflanzliche Wirkstoffe werden durchaus eingesetzt. Dabei können die Grenzen zur Schulmedizin durchaus verschwimmen. Denn auch dort kommen regelmäßig Pflanzenstoffe zum Einsatz. Spätestens am Beispiel Cannabis ist das auch wieder in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gelangt. So sind es heute nicht nur Hippies und Esoteriker, die im Internet nach den Top 10 der feminisierten Cannabissamen suchen. Bis Ärzte ihren Patienten Tipps zur Auswahl der richtigen Sorte geben, dürften wohl noch einige Jahre ins Land gehen. Denn schließlich dürfen Privatpersonen derzeit nur in Ausnahmefällen ihre eigenen Hanfpflanzen ziehen. Aber schon heute brauchen Apotheker Kenntnisse über die Eigenschaften unterschiedlicher Hanfzüchtungen. Und auch andere pflanzliche Inhaltsstoffe finden in der Schulmedizin regelmäßig Anwendung.

Besser als ihr Ruf?

Es ist also nicht automatisch so, dass eine pflanzliche Therapie im Rahmen der Naturheilkunde weniger wirksam ist als ein synthetisches Medikament. Das kommt ganz auf den Einzelfall an. Pflanzliche Wirkstoffe werden längst nicht so aufwendig erforscht wie synthetische Medikamente, da sie deutlich weniger profitabel sind. Naturheilkunde kann also durchaus eine effektive Therapieoption sein. Auch Bewegungstherapie oder Ernährungstherapie können effektive Maßnahmen sein, um den Körper zu stärken und die Anfälligkeit für Krankheiten zu reduzieren. Das ist umso wichtiger, als Bewegungsmangel und problematische Ernährungsweisen heutzutage weitverbreitet sind. Auch in dieser Hinsicht sind Naturheilkunde und Schulmedizin näher beieinander, als man zunächst vermuten würde. Naturheilkunde wird in Deutschland übrigens auch an den Universitäten gelehrt. Auch die klinische Forschung an der Naturheilkunde hat in den letzten Jahrzehnten Fortschritte gemacht. Vielleicht wird es in der Zukunft einfacher möglich sein, zwischen sinnvollen und zweifelhaften Therapieansätzen der alternativen Medizin zu unterscheiden.

Bedeutung der Naturheilkunde

Die Naturheilkunde hat in Deutschland durchaus einige Anhänger. Ältere Menschen können sich noch gut an die Einnahme von Hausmitteln in der Kindheit erinnern. Dementsprechend sind sie auch offen für traditionelle Ansätze, um ihre Altersbeschwerden ein wenig zu lindern. Rund zwei Drittel aller Senioren nutzen einer Befragung zufolge komplementärmedizinische Angebote. Aber auch jüngere Generationen zeigen sich offener für die Naturheilkunde. Das könnte zum Teil auch durch den Hype um die medizinische Nutzung von Cannabis begründet sein. Zum Teil könnte auch die steigende Zahl chronischer Erkrankungen dafür verantwortlich sein, die von der Schulmedizin oft nicht ursächlich behandelt werden können. Wenn die Forschung auf dem Gebiet der Naturheilkunde weiter voranschreitet, könnte sich diese Tendenz noch verstärken.

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