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Schonende, sichere und punktgenaue Abklärung der Prostata: Universitätsklinikum Marburg bietet optimiertes Verfahren an

Marburg (ots) –

Etwa 180.000-mal pro Jahr müssen bei Männern in Deutschland Gewebeproben aus der Prostata entnommen werden, um Prostatakrebs auszuschließen oder nachzuweisen. In der Regel macht ein erhöhter PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) im Blut oder eine auffällige Tastuntersuchung einen solchen Eingriff nötig. Beide Untersuchungen können im Rahmen der Früherkennung erfolgen, die für Männer ab dem 45. Lebensjahr empfohlen ist.

Heute kann die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) verdächtige Bereiche in der Prostata sehr genau identifizieren, die für den Ultraschall unsichtbar sind. Nutzt man diese zusätzlichen Erkenntnisse aus der mpMRT nicht, sinkt die Genauigkeit der Prostata-Abklärung um ein Drittel. Auch der herkömmliche Entnahmeweg durch den Enddarm hat Nachteile. Dieses bislang genutzte Vorgehen erhöht das Risiko für eine schwere Infektion im Vergleich zur Entnahme durch die Haut um das Neunfache. Daher bietet die Urologische Universitätsklinik Marburg seit Februar 2022 ein optimiertes Verfahren an, das die Informationen aus der mpMRT nutzbar macht und zugleich durch die saubere Haut im Dammbereich erfolgen kann.

Das Team um den Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. Johannes Huber hat sich systematisch mit den verschiedenen Möglichkeiten der Optimierung dieses Routineeingriffs beschäftigt und nach der besten Lösung für ihre Patienten gesucht. Prof. Huber ist mit dem nun erreichten Standard sehr zufrieden: „Ich bin froh, dass wir unsere Erfahrungen mit modernster Technik in Marburg umsetzen können. So ist der Eingriff für unsere Patienten besonders schonend, sicher und punktgenau! Wie für alle anderen Leistungen unserer Klinik gilt, dass auch bei sehr hohem technischen Aufwand und modernsten medizinischen Verfahren keine Zuzahlung erforderlich ist.“

Die mpMRT-Datensätze aus anderen Praxen oder Kliniken beurteilt das hierfür speziell zertifizierte Team der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie gemeinsam mit den Kolleg*innen der Urologie. Falls noch keine Bildgebung vorhanden ist, kann die mpMRT auch entsprechend der höchsten Qualitätsstandards am Universitätsklinikum Marburg erfolgen. Der Direktor der Radiologie Prof. Dr. Andreas Mahnken kann für ausgewählte Patienten mit Prostatakrebs als eines von wenigen Zentren in Europa auch eine MRT-gesteuerte örtliche Vereisungsbehandlung anbieten, die sogenannte Kryotherapie.

Bei etwa 6 von 10 Patienten bestätigt sich der Verdacht auf einen Prostatakrebs zum Glück nicht. Sie haben mit der MRT-fusionierten Technik die maximale Sicherheit, dass diese Entwarnung auch zu Recht erfolgt. Wer von der Diagnose Prostatakrebs betroffen ist, kann sich in Marburg auf eine sehr individuelle Beratung über die Behandlungsmöglichkeiten verlassen. Zur Vorbereitung auf dieses Beratungsgespräch hat Prof. Huber als aktives Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. die „Entscheidungshilfe Prostatakrebs“ entwickelt (www.entscheidungshilfe-prostatakrebs.info). Mit dieser Online-Information ist das persönliche Arzt-Patienten-Gespräch optimal vorbereitet. Das Team der Urologischen Universitätsklinik Marburg steht auch gerne für eine ergänzende Beratung zur Verfügung. Diese sogenannte „Zweite Meinung“ erhalten die Betroffenen durch einen erfahrenen Oberarzt oder durch den Klinikdirektor.

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die RHÖN-KLINIKUM AG zu 95 Prozent die Verantwortung als Betreiber dieses ersten privatisierten Universitätsklinikums in der bundesdeutschen Geschichte. www.ukgm.de

Pressekontakt:
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM)
Frank Steibli | Leiter Kommunikation und Pressesprecher
T. +49 641 985-51020 | [email protected]
Original-Content von: RHÖN-KLINIKUM AG, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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